London Dry vs. New Western Gin
Die zwei großen Gin-Stile verständlich erklärt — und für wen sich welcher lohnt.
Wer sich tiefer mit Gin beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe, die immer wieder auftauchen: London Dry Gin und New Western Gin. Auf den ersten Blick wirken sie wie technische Feinheiten, doch sie beschreiben zwei grundverschiedene Philosophien der Gin-Herstellung. Wer den Unterschied versteht, trifft beim Kauf nicht nur bessere Entscheidungen, sondern erlebt Gin auch bewusster und genussvoller.
In diesem Artikel erklären wir, was hinter beiden Stilen steckt, wie sie sich in Herstellung und Geschmack unterscheiden und für welche Anlässe sich welcher Stil eignet. Am Ende weißt du genau, welche Art von Gin am besten zu deinem Geschmack passt — und kannst die Vielfalt im Regal entspannt einordnen.
Was bedeutet London Dry Gin?
London Dry Gin ist die klassischste und am strengsten geregelte Gin-Kategorie. Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis bezeichnet der Begriff keine geografische Herkunft — ein London Dry Gin kann überall auf der Welt hergestellt werden, von Schottland über Deutschland bis Japan. Entscheidend ist die Herstellungsmethode.
Bei einem London Dry werden sämtliche Botanicals während der Destillation zugesetzt. Nach dem Brennen dürfen keine weiteren Aromastoffe, Farbstoffe oder nennenswerten Mengen Zucker mehr hinzugefügt werden — lediglich Wasser zur Einstellung der Trinkstärke ist erlaubt. Diese Reinheit verleiht dem London Dry seinen unverwechselbaren Charakter: trocken, klar und mit dem Wacholder als unbestrittenem Hauptdarsteller. Typische Begleit-Botanicals sind Koriandersamen, Angelikawurzel, Zitrusschalen und Iriswurzel.
Das Ergebnis ist ein vielseitiger, geradliniger Gin, der die Basis für nahezu alle klassischen Cocktails bildet — vom Dry Martini über den Negroni bis zum Tom Collins. Mehr über klassische Vertreter erfährst du in unserer Übersicht der besten London Dry Gins 2026.
Was ist ein New Western Gin?
Der New Western Gin — auch als New Style, Contemporary oder Modern Gin bekannt — ist das Kind der Gin-Renaissance der letzten zwei Jahrzehnte. Im Gegensatz zum London Dry handelt es sich nicht um eine rechtlich geschützte Kategorie, sondern um einen Stilbegriff. Das einzige Gesetz, das auch hier gilt: Wacholder muss das vorherrschende Aroma bleiben, damit das Getränk überhaupt Gin heißen darf.
Doch genau diesen Spielraum reizen New-Western-Destillerien kreativ aus. Sie rücken den Wacholder bewusst etwas in den Hintergrund und stellen andere Botanicals in den Vordergrund — florale Noten wie Lavendel oder Rose, fruchtige Akzente von Beeren und Zitrus oder würzige Komponenten wie Kardamom und Pfeffer. Das Ergebnis sind Gins mit einer eigenständigen geschmacklichen Handschrift, die oft an die Heimatregion ihrer Destillerie erinnern.
Viele deutsche Craft Gins gehören in diese Kategorie. Wer mehr über die handwerkliche Szene erfahren möchte, findet in unserem Überblick zu den besten Craft Gins aus Deutschland zahlreiche spannende Beispiele.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | London Dry Gin | New Western Gin |
|---|---|---|
| Wacholder | Dominant, im Zentrum | Präsent, aber zurückgenommen |
| Rechtlicher Status | Streng geregelt | Freier Stilbegriff |
| Aromaprofil | Trocken, klassisch | Floral, fruchtig oder würzig |
| Zuckerzusatz | Praktisch keiner | Möglich |
| Ideal für | Klassische Cocktails | Individuelle Drinks, Pur-Genuss |
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Welcher Stil passt zu dir?
Letztlich gibt es kein Besser oder Schlechter — nur unterschiedliche Geschmackswelten. Wer den klassischen, trocken-wacholdrigen Gin-Geschmack schätzt und gerne Cocktails nach Rezept mixt, ist mit einem London Dry bestens beraten. Er liefert verlässliche Ergebnisse und bildet die Grundlage der gesamten Cocktailkultur.
Wer dagegen Lust auf Entdeckungen hat, gerne ungewöhnliche Aromen erkundet und Gin auch pur oder in individuellen Kreationen genießt, wird an New Western Gins viel Freude haben. Unser Tipp: Halte beide Stile zu Hause vorrätig. So kannst du je nach Stimmung und Anlass zwischen klassischer Eleganz und kreativer Vielfalt wählen — und entwickelst mit der Zeit ein feines Gespür für die ganze Bandbreite der Gin-Welt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen London Dry und New Western Gin?
Ist London Dry immer trocken oder kann er auch süß sein?
Welcher Stil eignet sich besser für Gin & Tonic?
Ist New Western Gin schlechter oder weniger 'echt' als London Dry?
Woran erkenne ich, welchen Stil eine Flasche hat?
Welchen Stil sollte ein Einsteiger zuerst probieren?
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