Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Mehr erfahren

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wir erhalten ggf. eine Provision — ohne Mehrkosten für dich.
🍷
Gin-Wissen

London Dry vs. New Western Gin

Die zwei großen Gin-Stile verständlich erklärt — und für wen sich welcher lohnt.

Aktualisiert: Juni 2026 | Lesezeit: ca. 7 Minuten

Wer sich tiefer mit Gin beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe, die immer wieder auftauchen: London Dry Gin und New Western Gin. Auf den ersten Blick wirken sie wie technische Feinheiten, doch sie beschreiben zwei grundverschiedene Philosophien der Gin-Herstellung. Wer den Unterschied versteht, trifft beim Kauf nicht nur bessere Entscheidungen, sondern erlebt Gin auch bewusster und genussvoller.

In diesem Artikel erklären wir, was hinter beiden Stilen steckt, wie sie sich in Herstellung und Geschmack unterscheiden und für welche Anlässe sich welcher Stil eignet. Am Ende weißt du genau, welche Art von Gin am besten zu deinem Geschmack passt — und kannst die Vielfalt im Regal entspannt einordnen.

Was bedeutet London Dry Gin?

London Dry Gin ist die klassischste und am strengsten geregelte Gin-Kategorie. Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis bezeichnet der Begriff keine geografische Herkunft — ein London Dry Gin kann überall auf der Welt hergestellt werden, von Schottland über Deutschland bis Japan. Entscheidend ist die Herstellungsmethode.

Bei einem London Dry werden sämtliche Botanicals während der Destillation zugesetzt. Nach dem Brennen dürfen keine weiteren Aromastoffe, Farbstoffe oder nennenswerten Mengen Zucker mehr hinzugefügt werden — lediglich Wasser zur Einstellung der Trinkstärke ist erlaubt. Diese Reinheit verleiht dem London Dry seinen unverwechselbaren Charakter: trocken, klar und mit dem Wacholder als unbestrittenem Hauptdarsteller. Typische Begleit-Botanicals sind Koriandersamen, Angelikawurzel, Zitrusschalen und Iriswurzel.

Das Ergebnis ist ein vielseitiger, geradliniger Gin, der die Basis für nahezu alle klassischen Cocktails bildet — vom Dry Martini über den Negroni bis zum Tom Collins. Mehr über klassische Vertreter erfährst du in unserer Übersicht der besten London Dry Gins 2026.

Was ist ein New Western Gin?

Der New Western Gin — auch als New Style, Contemporary oder Modern Gin bekannt — ist das Kind der Gin-Renaissance der letzten zwei Jahrzehnte. Im Gegensatz zum London Dry handelt es sich nicht um eine rechtlich geschützte Kategorie, sondern um einen Stilbegriff. Das einzige Gesetz, das auch hier gilt: Wacholder muss das vorherrschende Aroma bleiben, damit das Getränk überhaupt Gin heißen darf.

Doch genau diesen Spielraum reizen New-Western-Destillerien kreativ aus. Sie rücken den Wacholder bewusst etwas in den Hintergrund und stellen andere Botanicals in den Vordergrund — florale Noten wie Lavendel oder Rose, fruchtige Akzente von Beeren und Zitrus oder würzige Komponenten wie Kardamom und Pfeffer. Das Ergebnis sind Gins mit einer eigenständigen geschmacklichen Handschrift, die oft an die Heimatregion ihrer Destillerie erinnern.

Viele deutsche Craft Gins gehören in diese Kategorie. Wer mehr über die handwerkliche Szene erfahren möchte, findet in unserem Überblick zu den besten Craft Gins aus Deutschland zahlreiche spannende Beispiele.

Die Unterschiede auf einen Blick

Merkmal London Dry Gin New Western Gin
Wacholder Dominant, im Zentrum Präsent, aber zurückgenommen
Rechtlicher Status Streng geregelt Freier Stilbegriff
Aromaprofil Trocken, klassisch Floral, fruchtig oder würzig
Zuckerzusatz Praktisch keiner Möglich
Ideal für Klassische Cocktails Individuelle Drinks, Pur-Genuss

Unsere Empfehlungen für beide Stile

London-Dry-Klassiker

Tanqueray London Dry Gin

(12400)

19,90 €

+ Lehrbuch-Beispiel für den London-Dry-Stil
+ Klarer, wacholderbetonter Charakter
+ Perfekte Basis für klassische Cocktails
+ Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Wenig experimentell
- Für Liebhaber floraler Gins zu klassisch
Preis auf Amazon prüfen
New-Western-Stil

Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin

(9200)

31,90 €

+ 47 Botanicals für ein komplexes, modernes Profil
+ Vielschichtig mit floralen und fruchtigen Noten
+ International vielfach preisgekrönt
+ Paradebeispiel für kreative Botanik
- Höheres Preissegment
- Komplexität kann Einsteiger fordern
Preis auf Amazon prüfen

Welcher Stil passt zu dir?

Letztlich gibt es kein Besser oder Schlechter — nur unterschiedliche Geschmackswelten. Wer den klassischen, trocken-wacholdrigen Gin-Geschmack schätzt und gerne Cocktails nach Rezept mixt, ist mit einem London Dry bestens beraten. Er liefert verlässliche Ergebnisse und bildet die Grundlage der gesamten Cocktailkultur.

Wer dagegen Lust auf Entdeckungen hat, gerne ungewöhnliche Aromen erkundet und Gin auch pur oder in individuellen Kreationen genießt, wird an New Western Gins viel Freude haben. Unser Tipp: Halte beide Stile zu Hause vorrätig. So kannst du je nach Stimmung und Anlass zwischen klassischer Eleganz und kreativer Vielfalt wählen — und entwickelst mit der Zeit ein feines Gespür für die ganze Bandbreite der Gin-Welt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen London Dry und New Western Gin?
Bei einem London Dry Gin steht der Wacholder klar im Mittelpunkt — er prägt Geruch und Geschmack dominant. Beim New Western Gin (auch Contemporary oder New Style Gin genannt) tritt der Wacholder bewusst in den Hintergrund, während andere Botanicals wie Zitrus, florale oder würzige Noten in den Vordergrund rücken. London Dry ist zudem eine streng geregelte Herstellungsmethode, New Western dagegen ein freier Stilbegriff ohne rechtliche Definition.
Ist London Dry immer trocken oder kann er auch süß sein?
London Dry darf nach EU-Recht nur minimale Mengen Zucker enthalten (maximal 0,1 Gramm pro Liter) und gilt deshalb als trocken. Der Begriff bezieht sich auf die Herstellungsmethode, nicht auf den Herkunftsort — ein London Dry Gin muss also nicht aus London stammen. Süßere Gins wie Old Tom Gin fallen in eine eigene Kategorie.
Welcher Stil eignet sich besser für Gin & Tonic?
Beide Stile funktionieren hervorragend im Gin & Tonic, betonen aber unterschiedliche Aromen. Ein London Dry liefert den klassischen, wacholderbetonten G&T, der mit einem neutralen Indian Tonic harmoniert. New Western Gins mit floralen oder fruchtigen Profilen passen gut zu aromatisierten Tonics und ausgefallenen Garnituren. Probiere am besten beide aus, um deinen Favoriten zu finden.
Ist New Western Gin schlechter oder weniger 'echt' als London Dry?
Nein. New Western Gin ist kein minderwertiger Gin, sondern lediglich ein anderer Stil. Die einzige rechtliche Vorgabe für Gin ist, dass Wacholder das vorherrschende Aroma sein muss — wobei New Western diesen Spielraum kreativ ausreizt. Viele preisgekrönte und hochwertige Gins gehören zum New-Western-Stil. Es ist reine Geschmackssache, welchen Stil man bevorzugt.
Woran erkenne ich, welchen Stil eine Flasche hat?
Auf dem Etikett steht oft die Bezeichnung 'London Dry Gin', wenn es sich um diesen Stil handelt. Fehlt dieser Hinweis und werden stattdessen florale, fruchtige oder würzige Botanicals stark beworben, handelt es sich meist um einen New Western Gin. Im Zweifel hilft die Produktbeschreibung: Steht der Wacholder im Zentrum oder wird er bewusst zurückgenommen?
Welchen Stil sollte ein Einsteiger zuerst probieren?
Wir empfehlen Einsteigern, mit einem klassischen London Dry Gin zu beginnen, um das typische Gin-Aroma kennenzulernen. Hat man diesen Referenzgeschmack im Gaumen, lassen sich die kreativen Abweichungen eines New Western Gins viel bewusster erleben. So baut man Schritt für Schritt ein Gespür für die Vielfalt der Gin-Welt auf.

Beide Stile zu Hause haben

Mit Tanqueray als London-Dry-Referenz und Monkey 47 als New-Western-Vertreter deckst du die ganze Bandbreite ab.

Monkey 47 auf Amazon ansehen